The True Cost – Filmtipp

Der Dokumentationsfilm The True Cost regt zum Umdenken an

Letzte Woche habe ich den Film „The True Cost“ geschaut und ich möchte euch dazu animieren, dies auch zu tun.

Der Regisseur Andrew Morgan hat mit dem Film „The True Cost“ einen wunden Punkt unserer heutigen Zeit getroffen. In dem Doku-Film zeigt er in berührender Art und Weise was die Folgen der „Fast-Fashion“, der Billigmode sind. Wer bezahlt den wahren Preis dieser Mode und dieses immer weiter wachsenden Trends? Er reist in der ganzen Welt umher, zeigt aus den verschiedensten Blickwinkeln und Ländern was wir mit unserem Konsumwahn für immensen Schaden verursachen.

Er will die Zuschauer zum Nach- und Umdenken animieren und meiner Meinung nach gelingt ihm das sehr gut.

Morgan trifft sich im Film mit Näherinnen, mit Wirtschaftspsychologen, mit Fair Fashion-Unternehmen, Aktivisten, Bauern und Konsumpsychologen. Die ganze Palette. Die Interviews mit diesen Menschen sind sehr informativ und zeigen die Schattenseiten der Modeindustrie auf. Genauso wie die Bilder von verseuchten Gewässern, Kleiderdeponien (bzw. giftige Mülldeponien), eingestürzten Fabriken, Fabrikmitarbeiter (oder deren Hinterbliebenen) und schwerkranken Bauern.
Spannend wären natürlich auch die Stimmen der Fast-Fashion-Unternehmen. Leider sind diese Unternehmen der Anfrage von Morgan nicht gefolgt. Für mich auch ein klares Statement und nicht sehr erstaunlich.

Viele Gegenstimmen sagen, wir schaffen damit wertvolle Arbeitsplätze in den Drittweltländern, die diese Arbeit dringend und zwingend brauchen. Im Film wird klar aufgezeigt, dass wir nicht Arbeitsplätze schaffen in diesen Ländern sondern nur ausbeuten. Da gibt es nicht mehr viel schönzureden.

 

Konsum Konsum Konsum

Andrew Morgan zeigt auch wie es soweit kommen konnte: Wir haben immer mehr Kollektionen, nicht mehr nur eine SS und eine AW Kollektion (Frühling/Sommer & Herbst/Winter) pro Jahr, sondern es kommen im Wochen-Takt neue Stücke in die Billigmode-Läden. Wir wollen immer mehr konsumieren. Und je länger dieser Trend andauert, desto günstiger wird die Mode. Das Material, die Mieten und der Transport werden aber immer teurer. Die Einzigen, die immer günstiger werden müssen um dies zu ermöglichen, sind die Arbeiter in den Fabriken. Unter diesem Preisdruck leiden nicht nur die Arbeiter, sondern ganz klar auch die Qualität. 2, 3 Mal waschen, danach entsorgen und mit einem Neuen ersetzen. Ist ja nicht schlimm, man erwartet ja auch nicht mehr für das Geld?

Denke über deine Käufe in Ruhe nach. Überlege sie dir gut und kaufe ein gut produziertes Stück, anstelle von mehreren Billigen. Wenn du ein T-Shirt für vielleicht CHF 10 kaufst, dann denke über die Konsequenzen dahinter nach. Schaue über deinen eigenen Tellerrand hinaus. Sobald du diesen Film gesehen hast, wirst du dies automatisch tun. Denn er schafft Klarheit und zeigt dir die Konsequenzen eindrücklich, verständlich und deutlich auf.

Manchmal hatte ich, auch wenn dies naiv klingen mag, die Vorstellung, dass dieses günstige Kleidungsstück, dass ich gerade kaufen will, von einer Maschine hergestellt wurde. Ich habe mir irgendwie nie wirklich Gedanken darüber gemacht, dass eigentlich all unsere Kleidung von Menschen hergestellt wird. Und das nebst dem Stoff, den Läden, dem Personal, auch der Mensch, der es näht etwas daran verdienen muss. Bei einem T-Shirt für CHF 9.90 bleibt da aber nicht mehr viel übrig.

 

Veränderung unseres Kaufverhaltens

Mit kleinen Veränderungen unserer Gewohnheiten können wir bereits viel bewirken. Der Trend der aufkommt, immer mehr von jungen Designern zu kaufen, ist natürlich eine Möglichkeit. Die Designer stellen ihre Stücke selbst her, legen Wert auf gute Materialien und gute Qualität. Sie setzen den Trend der Langlebigkeit wieder neu in unserer Modewelt. Natürlich gibt es inzwischen auch schon einige Fair-Fashion-Labels.

Uns von clomes.ch liegt dieses Thema auch sehr am Herzen und wir schauen bei all unseren Produkten darauf, dass sie unter guten Bedingungen hergestellt werden. Wir bezahlen die Designer sehr gut und ermöglichen Ihnen somit, unter den besten Bedingungen mit wirklich guten Materialien zu produzieren. Ohne Preisdruck.

Mir ist klar, dass nicht jeder die finanzielle Möglichkeit hat, von einen Tag auf den Anderen alles umzustellen. Aber es gibt inzwischen so viele gute und tolle Secondhand-Läden. Kaufst du dort ein, hilfst du genau so mit, dem Trend der „Fast-Fashion“ entgegenzuwirken. Und man findet in der Secondhand-Boutique seiner Wahl oft wirklich hochwertig verarbeitete Stücke.

Schaue unbedingt diesen so informativen Film – du kannst ihn mieten oder kaufen. Alle Details findest du auf der Homepage von The True Cost.


Nachtrag vom 4. Oktober:
Soeben habe ich erfahren, dass am 14. Oktober um 20:45 Uhr im Kino Riff Raff (Zürich) ein Event rund um diesen tollen Film statt finden wird. Für Interessierte: Details zum Event findet ihr direkt hier beim Facebook-Event. Das Schweizer Label JUNGLE FOLK, welches neu bei uns im Shop vertreten ist, ist übrigens auch mit dabei!

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Leben. Setzte ein Lesezeichen permalink.

Eine Idee zu “The True Cost – Filmtipp

  1. Katharina sagt:

    Hey find ich super, dass ihr auch hier von diesem Film erzählt, ich hab ihn auch gesehen und jeder sollte ihn sehen!….Qualität statt Quantität…das haben wir alle zu verantworten!
    Toll gibt es euch, das werde ich unterstützen, so sollte einkaufen heut zu tage aussehen! Ich hoffe es werde noch weitere Stilrichtungen ins Sortiment aufgenommen (bin Designerin ;)….) und eine grössere Auswahl an hochwertigen Produkten ;)….
    GLG, KaT.*

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.